Der Rechner meines Ex-Freundes

Als ich 18 war, war ich mit einem Jungen zusammen; es war meine zweite Beziehung. Meine Erste Beziehung ist aufgrund der Distanz gescheitert und auch die zweite hat leider aufgrund unserer unterschiedlichen Charaktere nicht lange gehalten. Aber das ist eine andere Geschichte…

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich an einem Abend bei meinem damaligen Freund zu Hause war. Es waren noch ein paar andere Freunde von ihm da und wir wollten gemeinsam weggehen. Als wir alle bei ihm angekommen waren, um ihn abzuholen, war er leider noch nicht geduscht und angezogen. Wir saßen also so lange in seinem Zimmer herum und langweilten uns. Und wenn man sich langweilt, kommt man bekanntlich auf dumme Gedanken…
Der Rechner meines Freundes war noch angeschaltet und irgendwann kam die Frage auf, ob er nicht irgendwo zwischen seinen persönlichen Dateien Pornographie versteckt hat. Klar, der muss Pornographie haben, er ist schließlich ein Kerl! Also setzten sich seine Freunde an seinen Rechner und stöberten – und siehe da! Sie mussten gar nicht mal lange suchen. Wir kicherten alle und freuten uns diebisch. Damit könnten wir meinen Freund später aufziehen.
Wir klickten uns also fröhlich durch die Ordner und wollten herausfinden, was er wohl für einen “Geschmack” hat. Aber etwas genaues ließ sich nicht wirklich feststellen – irgendwie war von allem ein bisschen was da. Und alles war fein säuberlich sortiert und beschriftet. Wir grinsten uns eins.
Natürlich kam genau diesem Augenblick mein Freund dazu. Wir grinsten ihn triumphierend an und konfrontierten ihn mit unseren Fundstücken, doch er blieb absolut gelassen. Er erklärte, dass er den gesamten Ordner vor einer Weile von einem Kumpel bekommen habe und er bisher noch nicht die Zeit dazu gehabt habe, ihn durchzusehen – also taten wir das aus Spaß alle gemeinsam.

Beim Stöbern erblickte ich dann irgendwo in all den Ordnern einen Unterordner, der mein Interesse weckte, also bat ich die Jungs, ihn zu öffnen. Und da war es: Fotos und Videos, die Tiere und Menschen beim Geschlechtsverkehr zeigten. Wir lachten alle noch lauter. Doch ich musste feststellen, dass mich diese Bilder – im Gegensatz zu den vorherigen – unglaublich erregten. Ich hatte schon seit meiner Pubertät sexuelle Fantasien mit Tieren gehabt, doch hatte ich diese immer versucht, von mir weg zu schieben und zu verdrängen. Dies war das erste Mal in meinem Leben, dass ich tatsächlich entsprechende Pornographie sah. Da waren Rüden, die Frauen rammelten, Frauen, die Pferdepenise in den Mund nahmen… Sofort schoss es mir durch den Kopf: “Es gibt tatsächlich Leute, die sowas machen! Wow!
Doch mit dem Anblick dieser Bilder kippte die Stimmung. Die Jungs waren zunächst peinlich berührt davon; ich konnte sie noch dazu überreden, 2-3 weitere Dateien zu öffnen, doch irgendwann waren sie nur noch angeekelt und wollten die Dateien so schnell als möglich schließen und die Bilder hinter sich lassen. Mein Freund war sogar so sehr angeekelt davon, dass er noch im selben Augenblick die entsprechenden Ordner löschte.

Ich war überfordert mit der Situation. Gerade jetzt, wo es am Spannendsten wurde, brachen die Jungs ab und löschten sogar die Dateien. Weshalb?! Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich war offenbar die einzige, die diese Bilder unglaublich erregend fand…! Dieser Gedanke versetzte mir ein Stechen im Bauch. Ich war offenbar die einzige, die diese Bilder erregend fand…! Wie konnte das sein?! Was war so schlimm daran? Da waren Menschen, die eben Sex mit Tieren hatten. Klar, das ist alles andere als gewöhnlich. Aber es waren doch keine Kinder…
Die Jungs hatten es dann auch sehr eilig, von zu Hause wegzukommen. Das ganze machte mich betroffen. Warum erregte mich das und die anderen nicht?! Ich musste den ganzen Abend in der Kneipe darüber nachdenken.

Ich habe das Thema den anderen gegenüber nie offen angesprochen. Es war mir einfach zu unangenehm…

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3 Comments

  1. Etwas, das wohl fast jeder Zoophile irgendwann einmal im Leben erfährt. Die Überraschung “Es gibt noch andere” und der Schock “Oh weia, die anderen empfinden das so total anders als ich”. Ein Wechselbad der Gefühle, oftmals in ein und der selben Situation und von dem man verwirrt, ratlos und verzweifelt zurückbleibt. Oft auch, weil gar kein anderer da ist, der es versteht…

    Bei mir war dieser Moment auf einer Schulfahrt nach Holland, in Amsterdam, wo ich mich mit ein paar Freuden statt ins van-Gogh-Museum ins Rotlichtviertel verzogen habe. Dort in einem Sexshop sind wir auf Tierpornographie gestoßen. Meine Reaktion und die meiner Freunde waren nahezu identisch wie von Dir hier berichtet.

  2. Dein Eindruck war bestimmt richtig – die waren alle geschockt und peinlich berührt. Aber waren sie wirklich auch angeekelt? Oder mussten sie so reagieren, weil sie sonst ihr Gesicht verloren hätten? Jeder, der sich in einer solchen Situation “outet”, muss mit den Folgen rechnen, vor denen jeder noch anonyme Zoophile Angst hat. Also muss man nach außen mit Ablehnung oder zumindest Gleichgültigkeit reagieren, um nicht aufzufallen und sich nicht angreifbar zu machen. Kannst du dich noch erinnern, was du in dem Moment nach außen ausgedrückt hast, obwohl du innerlich erregt worden bist?

    • Dein Eindruck war bestimmt richtig – die waren alle geschockt und peinlich berührt. Aber waren sie wirklich auch angeekelt? Oder mussten sie so reagieren, weil sie sonst ihr Gesicht verloren hätten? Jeder, der sich in einer solchen Situation “outet”, muss mit den Folgen rechnen, vor denen jeder noch anonyme Zoophile Angst hat. Also muss man nach außen mit Ablehnung oder zumindest Gleichgültigkeit reagieren, um nicht aufzufallen und sich nicht angreifbar zu machen.

      Doch, die Jungs waren definitiv angeekelt. Das heißt, eine gewisse Faszination, dass es so etwas überhaupt gibt, hat sicher auch dabei mitgeschwungen. Aber in erster Linie stand ihnen der pure Ekel bildlich ins Gesicht geschrieben. Ich bin überzeugt davon, dass die Reaktionen nicht gespielt waren, um einem möglichen Gesichtsverlust entgegenzuwirken: Die Jungs waren sehr enge Freunde – da hätte niemand den anderen verstoßen, wenn er sich dazu bekannt hätte, dass er derartige Bilder anziehend findet.

      Kannst du dich noch erinnern, was du in dem Moment nach außen ausgedrückt hast, obwohl du innerlich erregt worden bist?

      Grundsätzlich war ich es ja gewesen, der die Jungs überhaupt darum gebeten hatte, den betreffenden Dateiordner zu öffnen. Von sich aus hätten sie ihn wohl nicht angerührt; für sie schien mir die “Erkundungstour” eigentlich schon in jenem Augenblick nahezu beendet, als uns allen klar war, dass wir fündig geworden waren. Als die Jungs also keine weiteren Anstalten machten, war es weiterhin ich, die sie dazu animierte, weitere Bilder und Videos zu öffnen. Als mir auffiel, dass sich die Jungs mit einem mal zögerlich und abweisend verhielten, habe ich versucht, die angespannte Stimmung eben dadurch zu lösen, dass ich locker mit der Situation umging und auszustrahlen versuchte, dass an diesen Bildern (in meinen Augen) nichts schlimmes war; dass sie zwar ungewöhnlich, aber deswegen nicht schlechter als andere waren.
      Doch da die Jungs auch nach mehrmaligen Versuchen meinerseits deutliches Unbehagen ausstrahlten, beließ ich es einfach dabei und ließ sie die Sache abbrechen. Ich wollte sie nicht dazu drängen, sich mit etwas zu befassen, das ihnen definitiv missfiel. Aber vor allem hatte ich dann doch irgendwann Sorge, dass sie sich plötzlich auch mir gegenüber abweisend verhalten könnten, wenn ich an den Bildern zu viel Interesse bekundete… Genung Gelegenheit hätten sie aber auf jeden Fall gehabt, darüber ein lockeres Gespräch zu beginnen.

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